Selbstpräsentation mit Souveränität: Checkliste vor Ihrer Entscheidung
Bevor Sie sich für das Modul zur Selbstpräsentation entscheiden, helfen sechs ruhige Prüffragen: zu Ihrem Anlass, Ihrem Profil, Ihrer Zeit und dem, was Sie am Ende wirklich mitnehmen möchten.
Sabine Lührs · · 6 Minuten Lesezeit
Welchen Anlass haben Sie konkret vor Augen?
Die erste Prüffrage klingt schlicht, wird aber oft übersprungen: Wofür möchten Sie sich besser vorstellen können? Ein Vorstellungsgespräch verlangt einen anderen Zuschnitt als die Runde zu Beginn eines Seminars, ein Kennenlernen im Team oder ein Auftritt vor Kunden. Im Modul zur Selbstpräsentation arbeiten wir mit Ihrem tatsächlichen Anlass, nicht mit einer Musterrolle. Je klarer Sie ihn benennen können, desto gezielter lässt sich Ihr Profil formulieren und üben.
Notieren Sie dazu ein bis zwei Situationen aus den kommenden Monaten, in denen Sie sich vorstellen müssen. Schreiben Sie auch auf, wie viele Zuhörende dabei sind und wie viel Zeit Ihnen bleibt. Eine halbe Minute am Tisch und drei Minuten vor einer Gruppe sind verschiedene Aufgaben, und beide lassen sich üben.
Wenn Sie noch keinen festen Anlass haben, ist das kein Hindernis. Manche Teilnehmende kommen, weil sie merken, dass ihnen die Antwort auf die Frage »Und was machen Sie?« jedes Mal anders und ein wenig zu lang gerät. Auch das ist ein tragfähiger Grund, sofern Sie bereit sind, sich selbst dabei zuzuhören.
- Welche zwei Situationen stehen als Nächstes an?
- Wie viel Redezeit haben Sie dort realistisch?
- Vor wem sprechen Sie: bekannte oder fremde Gesichter?
Können Sie Ihr Profil heute in wenigen Sätzen sagen?
Machen Sie einen kleinen Test, bevor Sie weiterlesen. Sprechen Sie laut, ohne Notizen, was Sie beruflich oder im Studium tun, was Sie auszeichnet und wohin Sie möchten. Stoppen Sie die Zeit, wenn Sie mögen. Meist zeigt sich schnell, ob Ihnen drei klare Sätze gelingen oder ob Sie in Nebensätzen und Entschuldigungen landen.
Dieses Ergebnis ist kein Urteil, sondern Ihr Ausgangspunkt. Im Modul entsteht aus genau diesem ersten, holprigen Versuch Schritt für Schritt ein Profil, das zu Ihnen passt und das Sie nicht auswendig lernen müssen. Wir kürzen, ordnen und suchen gemeinsam nach der Formulierung, die Sie ohne Mühe aussprechen können.
Wichtig ist uns dabei, dass nichts behauptet wird, was Sie nicht vertreten können. Ein souveräner Auftritt entsteht nicht aus großen Worten, sondern aus Sätzen, hinter denen Sie stehen. Fragen Sie sich daher ehrlich, ob Sie bereit sind, Ihr Profil auch in Teilen zu überdenken.
Wie viel Übung passt in Ihren Alltag?
Selbstpräsentation lernt man nicht durch Zuhören allein. Sie sprechen, hören sich zu, bekommen Rückmeldung und sprechen erneut. Das braucht Zeit, aber keine langen Blöcke. Prüfen Sie deshalb, ob Sie neben den Live-Sitzungen regelmäßig zehn bis fünfzehn Minuten für kurze Übungen einplanen können, etwa auf dem Weg zur Arbeit oder abends vor dem Spiegel.
Ehrlichkeit hilft hier mehr als Ehrgeiz. Wer sich einen straffen Plan vornimmt und ihn nach zwei Wochen verwirft, ist unzufriedener als jemand, der sich wenig vornimmt und dabei bleibt. Beständigkeit zählt bei uns mehr als Tempo, und die Übungen sind so gebaut, dass sie sich in einen vollen Kalender einfügen lassen.
Denken Sie auch an den Ort. Sie brauchen einen Raum, in dem Sie laut sprechen können, ohne sich beobachtet zu fühlen. Falls das zu Hause schwierig ist, überlegen Sie vorab, wo Sie ungestört üben könnten, damit die Hürde nicht erst nach Kursbeginn auffällt.
- Zehn bis fünfzehn Minuten Übung, mehrmals pro Woche
- Ein ruhiger Ort, an dem Sie laut sprechen dürfen
Wie gehen Sie mit Rückmeldung und Aufnahmen um?
Zu diesem Modul gehört persönliches Feedback, und manche Übungen werden aufgezeichnet, damit Sie sich selbst sehen und hören können. Für viele ist das der unbequemste und zugleich nützlichste Teil. Fragen Sie sich vor der Entscheidung, ob Sie bereit sind, sich selbst auf dem Bildschirm zu begegnen und Hinweise anzunehmen, die nicht nur freundlich klingen.
Unsere Rückmeldungen sind wertschätzend, aber konkret. Wir sagen, was bereits trägt, und benennen ein bis zwei Punkte, an denen Sie als Nächstes arbeiten. Niemand wird vorgeführt, und Sie entscheiden mit, was in der Gruppe besprochen wird und was Sie lieber im Einzelgespräch klären.
Hilfreich ist, wenn Sie Kritik nicht als Urteil über Ihre Person lesen, sondern als Beschreibung eines Moments. Sprechen Sie in der ersten Sitzung offen an, wenn Ihnen Aufnahmen schwerfallen. Meist lässt sich ein Tempo finden, in dem Sie sich Schritt für Schritt daran gewöhnen.
Was wäre für Sie ein realistisches Ergebnis?
Seien Sie vorsichtig mit großen Erwartungen. Nach dem Modul werden Sie nicht plötzlich frei von Nervosität sein, und wir versprechen keinen bestimmten Erfolg im Gespräch oder im Beruf. Realistisch ist, dass Sie ein klares, kurzes Profil besitzen, es ruhiger vortragen und besser einschätzen können, wie Sie auf andere wirken.
Formulieren Sie für sich selbst ein Ziel, das Sie überprüfen können. Zum Beispiel: Ich stelle mich in einer Runde in unter einer Minute vor, ohne mich zu verhaspeln. Oder: Ich beantworte die Frage nach meinem Werdegang in drei Sätzen. Solche Ziele lassen sich üben, und Sie merken selbst, ob Sie sie erreicht haben.
Ein Zertifikat oder eine formale Anerkennung gehört nicht zu diesem Angebot. Es geht um Ihre Praxis und um das, was Sie danach im Alltag anwenden. Wenn Ihnen ein offizieller Abschluss wichtig ist, sollten Sie das vor der Entscheidung für sich klären.
- Ein Profil in drei bis fünf Sätzen, das Sie frei sprechen
- Mehr Ruhe beim Vortragen, kein Anspruch auf Perfektion
Wann und wie Sie sich bei uns melden können
Wenn die ersten Prüffragen für Sie stimmig beantwortet sind, bleibt ein letzter Schritt: ein Gespräch. Über das Kontaktformular können Sie uns schreiben, was Sie vorhaben, und wir antworten Ihnen mit einer ehrlichen Einschätzung, ob das Modul zu Ihrem Anliegen passt. Ein Druck zur Anmeldung entsteht dabei nicht.
Es hilft, wenn Sie in Ihrer Nachricht kurz Ihren Anlass, Ihre Vorerfahrung und Ihre verfügbare Zeit nennen. Daraus ergibt sich meist schon, ob Sie mit dem Modul zur Selbstpräsentation beginnen oder zuerst ein anderes Thema wie Stimme oder Körpersprache vorziehen sollten.
Nehmen Sie sich für die Entscheidung die Zeit, die Sie brauchen. Eine überlegte Zusage ist uns lieber als eine schnelle. Sie finden uns in Wuppertal, und auch ein Telefonat ist möglich, wenn Sie Ihre Fragen lieber mündlich stellen.
Eine gute Entscheidung für das Modul entsteht aus wenigen ehrlichen Antworten: Sie kennen Ihren Anlass, Sie wissen, wie weit Ihr Profil heute trägt, Sie können regelmäßig üben und sind bereit für Rückmeldung. Dann ist das Modul eine solide Grundlage. Fehlt eines davon, ist das kein Grund zum Verzicht, sondern ein Gesprächsthema für unser erstes Kennenlernen.
Sabine Lührs
Dozentin für StorytellingJournalistin und Texterin, die zeigt, wie sich Inhalte klar und lebendig erzählen lassen.